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Deine Bestandsaufnahme – Was hast du, wovon hängst du ab?

Bevor du in die Details gehst: Nimm dir eine Stunde. Diese Stunde ist die wertvollste Investition, die du aus diesem Guide mitnehmen kannst.


Warum eine Bestandsaufnahme?

Die folgenden Kapitel beschreiben allgemeine Risiken und Maßnahmen. Aber deine Situation ist nicht allgemein – sie ist konkret. Du nutzt bestimmte Geräte, bestimmte Dienste, bestimmte Tools. Du hast bestimmte Kunden, bestimmte Daten, bestimmte Abhängigkeiten.

Wer nicht weiß, was er hat, kann es nicht schützen. Wer nicht weiß, wovon er abhängt, kann keinen Notfallplan schreiben. Und wer nicht weiß, wo sensible Daten liegen, kann die DSGVO nicht einhalten.

Die Bestandsaufnahme ist dein persönlicher Ausgangspunkt. Alles, was du in den nächsten Kapiteln liest, kannst du direkt auf sie beziehen. Sie ist kein einmaliges Dokument – sie ist eine lebende Grundlage, die du regelmäßig aktualisierst.

Drucke diese Seiten aus. Fülle sie mit einem Stift aus. Hänge sie irgendwo auf, wo du sie siehst. Und nimm sie mit, wenn du deinen Notfallplan schreibst.


Teil A: Deine Geräte

Liste alle Geräte auf, mit denen du arbeitest oder die für dein Unternehmen relevant sind.

Gerät Modell / Beschreibung Betriebssystem Verschlüsselt? Wo wird es genutzt?
Laptop / Desktop Ja / Nein / ? Büro / Unterwegs / Beides
Smartphone Ja / Nein / ?
Tablet Ja / Nein / ?
NAS / Heimserver Ja / Nein / ?
Externe Festplatte Ja / Nein / ?
Sonstiges Ja / Nein / ?

Reflexionsfragen:

  • Welches Gerät ist dein wichtigstes Arbeitsgerät? Was passiert, wenn es morgen ausfällt?
  • Auf welchen Geräten liegen Kundendaten oder andere sensible Informationen?
  • Welche Geräte verlässt du mit dem Haus – und sind sie für diesen Fall ausreichend geschützt?

Teil B: Deine digitalen Dienste

Liste alle Dienste auf, die du regelmäßig für deine Arbeit nutzt.

B1 – Kommunikation & Zusammenarbeit

Dienst Anbieter Wie wichtig? Wie lange kannst du ohne ihn arbeiten?
E-Mail Kritisch / Wichtig / Nice-to-have Stunden / Tage / Wochen
Kalender
Videokonferenz
Messenger / Chat
Sonstiges

B2 – Daten & Dokumente

Dienst Anbieter Wie wichtig? Wie lange kannst du ohne ihn arbeiten?
Cloud-Speicher
Dokumentenbearbeitung
Projektmanagement
Notizen / Wissensbasis
Sonstiges

B3 – Website & Online-Präsenz

Dienst Anbieter Wie wichtig? Wie lange kannst du ohne ihn arbeiten?
Domain-Registrar
Webhosting
Website / CMS
Webshop

B4 – Social Media & Plattformen

Social-Media-Konten fühlen sich stabil an – sind es aber nicht. Du hast keinen Vertrag, der dir garantiert, dass dein Konto morgen noch existiert. Trage hier alle Plattformen ein, die für dein Marketing oder deine Kundenkommunikation relevant sind.

Plattform Wie wichtig für dein Geschäft? Kontakte / Follower exportiert? Alternative falls gesperrt?
LinkedIn Kritisch / Wichtig / Nice-to-have Ja / Nein
Instagram Ja / Nein
Facebook Ja / Nein
YouTube Ja / Nein
Xing Ja / Nein
Sonstiges Ja / Nein

Reflexionsfragen:

  • Über welche Plattform kommen die meisten Neukundenanfragen?
  • Was passiert mit deiner Sichtbarkeit, wenn dieses Konto morgen gesperrt wird?
  • Hast du eine E-Mail-Liste als plattformunabhängigen Fallback?

B5 – Geschäftskritische Tools

Dienst Anbieter Wie wichtig? Wie lange kannst du ohne ihn arbeiten?
Buchhaltungssoftware
Rechnungsstellung
Zahlungsdienstleister
Terminbuchung
Branchenspezifische Software
Sonstiges

Reflexionsfragen:

  • Welche drei Dienste sind für dich absolut kritisch – ohne die du nach wenigen Stunden nicht mehr arbeiten kannst?
  • Bei welchen Diensten weißt du nicht genau, wer dein Ansprechpartner im Supportfall wäre?
  • Welche Dienste nutzt du, ohne genau zu wissen, wo deine Daten dabei landen?

Teil C: Deine Daten

Wo liegen welche Daten – und wie sensibel sind sie?

C1 – Datenkategorien

Geh die folgende Liste durch und markiere, welche Datenarten du verarbeitest:

  • Kundenkontaktdaten (Name, Adresse, E-Mail, Telefon)
  • Kundendaten mit Vertragsbezug (Aufträge, Rechnungen, Angebote)
  • Gesundheitsdaten (eigene Kunden, Patienten)
  • Finanzdaten von Kunden oder Geschäftspartnern
  • Bankverbindungen oder Zahlungsdaten
  • Daten von Minderjährigen
  • Besonders sensible Daten (nach Art. 9 DSGVO: Gesundheit, Religion, politische Überzeugung etc.)
  • Mandats- oder berufsgeheimnisgeschützte Daten
  • Mitarbeiterdaten (falls du Subunternehmer oder Mitarbeiter hast)
  • Eigene Geschäftsdaten (Buchhaltung, Verträge, Strategiepapiere)

C2 – Wo liegen deine Daten?

Datenkategorie Wo gespeichert? Backup vorhanden? DSGVO-relevant?
Kundenkontakte Ja / Nein Ja / Nein
Rechnungen & Verträge Ja / Nein Ja / Nein
Projektdateien Ja / Nein Ja / Nein
E-Mail-Archiv Ja / Nein Ja / Nein
Buchhaltung Ja / Nein Ja / Nein
Sonstige sensible Daten Ja / Nein Ja / Nein

Reflexionsfragen:

  • Gibt es Daten, die nur auf einem einzigen Gerät oder Dienst liegen – ohne Backup?
  • Gibt es sensible Kundendaten, bei denen du dir nicht sicher bist, ob ihre Speicherung DSGVO-konform ist?
  • Unterliegen bestimmte Daten einer gesetzlichen Schweigepflicht? Und weißt du, welche Tools du dafür nutzen darfst?

Teil D: Deine Abhängigkeiten und Risiken

Das ist der wichtigste Teil der Bestandsaufnahme – und der unbequemste.

D1 – Single Points of Failure

Ein Single Point of Failure ist ein System, Dienst oder Zugangsdatum, dessen Ausfall alles zum Stillstand bringt. Liste deine auf:

Was? Warum kritisch? Was passiert bei Ausfall? Habe ich einen Plan B?
Ja / Nein
Ja / Nein
Ja / Nein
Ja / Nein

Typische Single Points of Failure für Selbständige: Die eine E-Mail-Adresse ohne Fallback. Der Domain-Registrar, zu dem nur der Webdesigner Zugang hat. Das Passwort, das nur im Kopf existiert. Der Laptop ohne Backup. Das LinkedIn-Konto als einziger Neukundenkanal.

D2 – Ausfalltoleranz

Wie lange kannst du arbeiten, wenn folgendes ausfällt?

Szenario Ausfalltoleranz Habe ich einen Notfallplan?
Mein Hauptgerät fällt aus Stunden / 1 Tag / mehrere Tage / keine Ahnung Ja / Nein
Meine E-Mail ist nicht erreichbar Ja / Nein
Meine Website ist offline Ja / Nein
Mein wichtigster Cloud-Dienst ist gesperrt Ja / Nein
Mein Social-Media-Konto ist gesperrt Ja / Nein
Mein Internet-Anschluss fällt aus Ja / Nein
Ich selbst falle für 2 Wochen aus Ja / Nein

D3 – Drittanbieter-Risiken

Von wem bist du abhängig – und weißt du, was passiert, wenn dieser jemand ausfällt oder das Angebot einstellt?

Anbieter / Person Wovon abhängig? Was passiert, wenn er wegfällt? Alternative vorhanden?
Ja / Nein
Ja / Nein
Ja / Nein

Dein persönliches Risikoprofil

Nachdem du die Bestandsaufnahme abgeschlossen hast, beantworte diese drei Fragen – am besten schriftlich, in ein paar Sätzen:

1. Was ist mein größtes IT-Risiko im Moment?



2. Welche drei Maßnahmen würden meine Situation am meisten verbessern?



3. Was werde ich in den nächsten 30 Tagen konkret umsetzen?




Hinweis: Du musst nicht alle Felder sofort ausfüllen. Manche Antworten wirst du erst kennen, nachdem du die folgenden Kapitel gelesen hast – zum Beispiel ob deine Backups wirklich Backups sind, ob deine DSGVO-Situation in Ordnung ist, oder wie abhängig du wirklich von einzelnen Plattformen bist. Komm nach dem Lesen zurück und ergänze, was du gelernt hast. Die Bestandsaufnahme wird mit jedem Durchgang besser.