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Haftung

Haftung – Wenn KI-Output falsch ist und du ihn weitergibst

Du bist verantwortlich – nicht die KI

Das ist der Kern dieses Abschnitts, und er lässt sich nicht beschönigen: Wenn du KI-generierten Inhalt weitergibst – an Kunden, in Publikationen, in Angeboten, in Beratungsleistungen – trägst du die Verantwortung für dessen Richtigkeit. Die KI haftet nicht. Der KI-Anbieter haftet nicht. Du haftest.

Das gilt für Texte, die du als Texter lieferst. Für Übersetzungen, die du als Übersetzer erbringst. Für Beratungsinhalte, die du als Berater kommunizierst. Für Rechercheergebnisse, die du als Journalist veröffentlichst. Für medizinische oder rechtliche Informationen, die du – auch ohne formale Qualifikation – weitergibst.

Konkrete Risikoszenarien

Der falsche Rechtsbegriff: Du nutzt KI, um einen Vertrag zu formulieren, und die KI verwendet einen Begriff oder eine Klausel, die rechtlich nicht hält. Dein Kunde erleidet dadurch einen Schaden. Du hast den Vertrag geliefert – du haftest.

Die erfundene Quelle: Du schreibst einen Fachartikel und lässt KI Quellen recherchieren. Die KI nennt eine Studie, die nicht existiert. Du veröffentlichst den Artikel ohne Prüfung. Das ist im besten Fall ein Reputationsschaden – im schlechtesten Fall eine Verleumdung oder Fehlinformation mit Folgen.

Die falsche Zahl: Du erstellst für einen Kunden eine Marktanalyse mit KI-Unterstützung. Die KI nennt eine Marktgröße, die schlicht falsch ist. Der Kunde trifft auf dieser Basis eine Investitionsentscheidung. Du hast die Analyse geliefert – und sie nicht geprüft.

Das veraltete Gesetz: KI-Modelle haben einen Wissensschnitt. Wenn du rechtliche oder regulatorische Informationen weitergibst, die auf einem veralteten Modellstand basieren, kann das zu falschen Entscheidungen führen.

Der einzige wirksame Schutz: Prüfung

Es gibt keine technische Lösung, die dieses Risiko eliminiert. Der einzige wirksame Schutz ist menschliche Prüfung – durch dich oder durch einen Fachmann.

Das bedeutet in der Praxis:

Behandle KI-Output immer als Entwurf, nie als Endergebnis. Prüfe Fakten, Zahlen und Quellen eigenständig. Lass fachlich sensible Inhalte – rechtliche, medizinische, steuerliche – durch einen qualifizierten Menschen gegenlesen. Gib niemals KI-Output direkt an Kunden weiter, ohne ihn gelesen und inhaltlich verantwortet zu haben.

Merksatz: KI schreibt. Du verantwortest. Diese Trennung ist keine Formalität – sie ist der Kern professioneller Sorgfalt im KI-Zeitalter.

Haftungsausschlüsse und ihre Grenzen

Manche Selbständige denken, ein Haftungsausschluss in den AGB schütze sie vor den Folgen falscher KI-Outputs. Das ist nur bedingt richtig. Haftungsausschlüsse sind in vielen Bereichen unwirksam – insbesondere bei Vorsatz, grober Fahrlässigkeit und bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten. Wer erkennbar ungeprüfte KI-Outputs als eigene Leistung ausgibt, handelt grob fahrlässig.