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Notfallplan

Der persönliche IT-Notfallplan

Warum ein Plan, den du nie brauchst, trotzdem unverzichtbar ist

Ein Notfallplan ist wie eine Versicherung: Du hoffst, ihn nie zu brauchen. Und wenn du ihn brauchst, bist du froh, dass er existiert. Der Unterschied zur Versicherung: Er kostet dich einmal ein paar Stunden Arbeit – und danach nur noch gelegentliche Pflege.

Der wichtigste Grundsatz: Ein Notfallplan muss funktionieren, wenn du unter Stress stehst, wenig Zeit hast und vielleicht nicht klar denkst. Er darf kein Konzeptpapier sein, das du unter normalen Bedingungen liest und versteht. Er muss eine Checkliste sein, die du auch um 23 Uhr nach einem Schock Schritt für Schritt abarbeiten kannst.

Die Struktur eines guten IT-Notfallplans

Ein persönlicher IT-Notfallplan besteht aus drei Teilen:

Teil A: Das Notfalldokument – ein physisch vorhandenes Dokument mit allen Zugangsdaten, Kontakten und Wiederherstellungsinformationen. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Teil B: Szenario-Checklisten – für die häufigsten Krisen jeweils eine konkrete Schritt-für-Schritt-Liste. Was tue ich bei Gerätediebstahl? Was bei Ransomware? Was bei Kontosperrung? Diese Listen müssen so konkret sein, dass du sie ohne Nachdenken abarbeiten kannst.

Teil C: Kontaktliste – wer hilft dir im Notfall? IT-Unterstützung, dein Webhoster, dein Domain-Registrar, deine Bank, dein Anwalt, dein Steuerberater. Mit Telefonnummern, nicht nur mit Website-Adressen.

Die goldene Regel des Notfallplans

Der Plan muss offline verfügbar sein. Ein Notfallplan, der nur in der Cloud liegt oder nur auf dem Laptop gespeichert ist, hilft dir nicht, wenn genau das Cloud-Konto gesperrt oder genau der Laptop gestohlen wurde. Drucke den Plan aus. Bewahre ihn an einem sicheren Ort auf – zu Hause, nicht im Büro, nicht in derselben Tasche wie der Laptop.

Merksatz: Dein Notfallplan muss funktionieren, wenn dein gesamtes digitales System ausgefallen ist. Teste ihn gedanklich: Was hätte ich, wenn heute alles weg wäre?

Wann und wie du den Plan aktualisierst

Ein Notfallplan veraltet. Passwörter ändern sich, Anbieter wechseln, neue Dienste kommen hinzu. Plane eine jährliche Überprüfung ein – zum Beispiel zum Jahreswechsel oder zu deinem Geburtstag. Überprüfe dabei: Sind alle Zugangsdaten noch aktuell? Sind alle Kontakte noch erreichbar? Hat sich an deiner Infrastruktur etwas geändert?

Trage diesen Termin heute in deinen Kalender ein.