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Domains & DNS

Domains & DNS – Die Adresse deiner digitalen Existenz

Was ist eine Domain – und warum ist sie so kritisch?

Deine Domain ist mehr als eine Web-Adresse. Sie ist die Wurzel deiner gesamten digitalen Identität. Deine Website läuft unter ihr. Deine E-Mails laufen über sie. Deine Kunden kennen sie. Wenn die Domain weg ist, ist alles weg – Website, E-Mail, Erreichbarkeit.

Technisch gesehen ist eine Domain ein Eintrag in einem weltweiten Verzeichnis, dem Domain Name System – kurz DNS. Dieses System übersetzt menschenlesbare Adressen wie deinunternehmen.de in IP-Adressen, die Computer verstehen. Wer diesen Eintrag kontrolliert, kontrolliert, wohin deine Domain zeigt: auf welchen Webserver, auf welchen E-Mail-Anbieter, auf welchen Dienst.

Merksatz: Deine Domain ist wie der Schlüssel zu deinem Büro. Wer ihn hat, kommt rein. Wer ihn verliert, steht draußen.

Die häufigsten Domain-Fallen

Die Domain gehört dem Webdesigner, nicht dir. Das ist erschreckend häufig. Viele Selbständige haben ihre Website von jemandem erstellen lassen – und dieser jemand hat die Domain auf seinen eigenen Account registriert. Solange die Zusammenarbeit gut läuft, fällt es nicht auf. Sobald sie endet oder der Webdesigner nicht mehr erreichbar ist, wird es zum Problem.

Was tun: Prüfe jetzt, wer der registrierte Inhaber deiner Domain ist. Das geht über eine WHOIS-Abfrage – gib einfach deinen Domainnamen in ein Online-WHOIS-Tool ein, zum Beispiel unter whois.domaintools.com oder direkt bei der DENIC für .de-Domains unter denic.de. Der Inhaber sollte dein Name und deine Adresse sein, nicht die einer Agentur oder eines Freelancers.

Die Domain läuft ab – unbemerkt. Domains werden jährlich oder mehrjährig verlängert. Die Verlängerungsmail landet im Spam, die Kreditkarte ist abgelaufen, du bist im Urlaub – und plötzlich ist die Domain frei und jemand anderes registriert sie.

Was tun: Stelle die automatische Verlängerung ein und hinterlege eine Zahlungsmethode, die dauerhaft funktioniert. Trage das Ablaufdatum zusätzlich in deinen Kalender ein – mit einer Erinnerung drei Monate vorher.

Die Zugangsdaten zum Registrar sind weg. Der Registrar ist das Unternehmen, bei dem du deine Domain registriert hast – zum Beispiel IONOS, Strato, united-domains oder Hetzner. Wenn du das Passwort nicht mehr weißt und die Wiederherstellungs-E-Mail auf eine nicht mehr existierende Adresse zeigt, wird die Rückgewinnung zur mühsamen Angelegenheit.

Was tun: Speichere die Zugangsdaten zu deinem Registrar sicher und getrennt – mehr dazu im Abschnitt Passwörter & 2FA.

Die Domain liegt beim Hoster, nicht beim Registrar. Viele Anbieter bieten Domain und Hosting aus einer Hand an. Das klingt bequem, hat aber einen Nachteil: Wenn du den Hoster wechselst, musst du auch die Domain umziehen. Das ist machbar, aber fehleranfällig. Besser ist es, Domain und Hosting bewusst zu trennen – die Domain bei einem reinen Registrar, das Hosting bei einem Hoster. So bist du flexibler.

DNS-Einträge – das Minimum, das du kennen musst

Du musst kein DNS-Experte sein. Aber du solltest wissen, welche Einträge existieren und was sie tun – damit du im Notfall handlungsfähig bist.

Die wichtigsten DNS-Einträge für Selbständige:

  • A-Record: Zeigt deine Domain auf einen Webserver (eine IP-Adresse). Wenn dein Hoster ausfällt, änderst du diesen Eintrag, und deine Website zeigt auf einen anderen Server.
  • MX-Record: Steuert, wohin E-Mails für deine Domain zugestellt werden. Wenn dein E-Mail-Anbieter ausfällt, kannst du diesen Eintrag ändern und E-Mails temporär woanders empfangen.
  • CNAME-Record: Ein Alias, der eine Subdomain auf eine andere Adresse zeigt – zum Beispiel www.deinunternehmen.de auf deinunternehmen.de.
  • TXT-Record: Wird unter anderem für SPF und DKIM genutzt – Mechanismen, die verhindern, dass andere in deinem Namen E-Mails versenden.

Tipp: Mach einmal einen Screenshot oder ein PDF aller deiner aktuellen DNS-Einträge und lege ihn in dein Notfalldokument. Wenn du im Stress Einträge ändern musst, weißt du, was ursprünglich dort stand – und kannst im Zweifel zurück.

Im Notfall: Domain umlenken oder umziehen

Wenn dein Webhoster ausfällt oder du wechseln musst, brauchst du zwei Dinge: Zugang zu deinem Registrar und Kenntnis deiner DNS-Einträge. Du änderst den A-Record auf die IP-Adresse des neuen Servers – das dauert wenige Minuten. Die Änderung ist dann allerdings nicht sofort weltweit sichtbar, weil das DNS-System Zeit braucht, um die neue Information zu verteilen. Diese sogenannte Propagationszeit beträgt typischerweise wenige Stunden, in seltenen Fällen bis zu 48 Stunden.

Das Gleiche gilt für E-Mail: Du änderst den MX-Record auf einen neuen Anbieter, und neue eingehende E-Mails kommen dort an.

Wichtig: Während der Propagationszeit können einige Nutzer noch die alte, andere schon die neue Adresse sehen. Plane einen Wechsel daher nie kurz vor einem wichtigen Kundentermin.

Checkliste: Domains & DNS

  • Ich bin der registrierte Inhaber meiner Domain – nicht mein Webdesigner oder Hoster.
  • Ich habe Zugang zum Konto bei meinem Registrar und kenne das Passwort.
  • Die automatische Verlängerung ist aktiviert und die Zahlungsmethode ist aktuell.
  • Das Ablaufdatum meiner Domain ist in meinem Kalender eingetragen.
  • Ich habe eine Kopie meiner DNS-Einträge in meinem Notfalldokument.
  • Ich weiß, wie ich im Notfall den A-Record und den MX-Record meiner Domain ändern kann.